Altehrwürdige Wertvorstellungen
Noch im Verlaufe des Nachmittags gab Gemeindeschreiber Pascal Dietrich bekannt,
dass man mit einer «Freilichtaufführung» des Jahrestages der Gründung der
Eidgenossenschaft rechne. Und tatsächlich konnten die Verantwortlichen,
die teilnehmenden Mitwirkenden sowie die wiederum stattliche Festgemeinde
sich eines sonnigen, freundlichen Abends erfreuen.
Auch die gut eingespielte externe Bärenküche und -crew versah ihre Dienste
gern unter dem klaren Abendhimmel.
Von Felix Deprez
Traditionellerweise beginnen die Kirchturmglocken zehn Minuten vor der
1.-August-Feier zu läuten; nach deren Verklingen eröffnete die Spielvereinigung
Dürrenroth-Wyssachen mit einem ersten Blasmusikstück den Abend unter der Leitung
von Jonas Liechti. Der neue Gemeindepräsident Ruedi Wüthrich, verantwortlich für
Ressort Sicherheit, eröffnete und führte durch den vergangenen Donnerstag,
welcher auch in diesem Jahr mit einer Festansprache
und weiteren musikalischen Beiträgen aufwartete.
Dieses Mal mit an Bord war das Schwyzerörgeli-Trio LeKoRö, bestehend aus den
jungen Damen Sabrina Kobel, Romina Röthlisberger sowie Yannick Leuenberger.
Gute Stimmung im Dorfzentrum
Zwischen den beiden ersten Musikstücken der Spielvereinigung Dürrenroth-Wyssachen
eröffnete Gemeindepräsident Ruedi Wüthrich den Anlass der Feier des Schweizer
Nationalfeiertages. Ein erster, beschwingt daherkommender Auftritt des
Schwyzerörgeli-Trios leitete zur Vorstellung des Festredners seitens des durchs
Programm führenden Protagonisten über.
Er charakterisierte den Festredner in der Ansprache haltenden Gemeinderat
Olivier Grossenbacher wie folgt: «Seit einigen Jahren ist er Mitglied des
Gemeinderates und möchte nächstes Jahr als Grossrat kandidieren. Seine
ursprüngliche Ausbildung zum Käser hat er erweitert mit einer solchen zum
Primarlehrer wie auch zum Schulleiter».
Traditionelle Werte
Gemeinderat Olivier Grossenbacher blickt in seiner Ansprache erst einmal zurück
auf wichtige Ereignisse während und nach der Entstehung der Eidgenossenschaft.
Grundsätzlich erachte er den föderalistischen Bundesstaat als eine gute,
wertvolle Sache, erachte den Zusammenschluss der ersten Kantone anno 1291 sowohl
als Schutz vor äusseren Feinden wie auch vor inneren Händeln.
Im 14. Jahrhundert sei die Eidgenossenschaft viel erfolgreiches gelungen – im
15. Jahrhundert hätten sich dann schwerwiegende Rückschläge eingestellt.
Als für die Geschichte der Schweiz sehr nachhaltig habe sich der Einmarsch von
Napoleon erwiesen – insgesamt sei jedoch das lange Bestehen dieses Bündnisses
als sehr erfreulich zu erachten.
Zwei Punkte wolle er in seiner Rede hervorheben. Einmal, dass die inneren,
destruktiven Kräfte gefährlicher seien als äussere Feinde – was der Berichterstatter
doch die Zukunft erst noch verifizieren müsste – wie auch, dass man sich
zurückbesinnen müsse auf christliche Werte und die Beachtung von Gottes Worten
und Geboten (auch müsse kritisch hinterfragt werden, was es denn genau bedeute,
so der Berichterstatter).
Als Punkt zwei hob Olivier Grossenbacher hervor, dass wir (in unserem Land)
wieder Visionen und Autoritäten bräuchten, welche vereinen könnten.
Nach der Übergabe einer Flasche Wein zum Dank an den Festredner verriet Ruedi
Wüthrich gleich auch noch, dass er glücklich war, nach zehn Absagen doch die
Zusage seines Amtskollegen erhalten zu haben – und dass er als Hobby stets am
Sonntag aufs Guggi wandere (die nahe Oberwaldhütte stellt den höchsten Punkt der
Gemeinde dar).
Sogleich stimmten die drei Schwyzerörgeler wieder luftige Klänge, wie zum Tanze
einladend, und danach dankt der Präsident allen Mitwirkenden und Beteiligten,
insbesondere auch an der Feier teilnehmenden Bevölkerung für ihren Einsatz
sowie ihr Erscheinen.
Weiterhin erfreuten die Musikgesellschaft und das Trio LeKoRö mit ihren Klängen
die Festgemeinde. Nach einem weiteren, leicht melancholischen Beitrag der Bläser
erklärt der Dirigent, Jonas Liechti, dass sie nun abschliessen würden, die
Schwyzerörgeler aber noch länger weiterspielen werden.
auf die Geschichte der Schweiz zurück. Die Spielvereinigung Dürrenroth-Wyssachen
(Bild rechts) umrahmte die Bundesfeier mit musikalischen Stücken.
Bilder: Felix Deprez
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